Europa

Verkehrsunfälle fordern europaweit über 300.000 Schwerverletzte jährlich – ETSC fordert einheitliche Erfassung

Road Safety PIN

 

Technische Entwicklung, verbesserte Prozesse bei Rettungsein­sätzen und medizinischer Fortschritt helfen, Menschenleben zu retten. Dennoch ist die Zahl der Menschen zu hoch, die bei Straßenverkehrsunfällen zu Schaden kommen. In der 15. Ausgabe seines Road Safety PIN-Reports fordert der Europäische Verkehrs­sicherheitsrat (ETSC) die Entscheidungsträger auf, diesen Aspekt stärker zu berücksichtigen und europaweit einheitliche Erfassungssysteme für Unfall- und Verletzungsdaten zu schaffen.

Auf europäischen Straßen sterben bei Verkehrsunfällen jährlich 39.000 Menschen. Über 1,7 Millionen Menschen werden verletzt, davon 300.000 schwer. Auf einen Verkehrstoten kommen statistisch gesehen 44 Leicht- und acht Schwerverletzte. Dennoch erfassen die Statistiken längst nicht alle Fälle von schweren Verletzungen. Oft variieren die Definitionen für unterschiedliche Verletzungsgrade von Land zu Land, so dass ein flächendeckender Vergleich schwierig ist. Aufgrund der unterschiedlichen Qualität der Datenerfassung in den EU-Staaten ist eine objektive Vergleichbarkeit gegenwärtig nicht möglich. Eine europaweit einheitliche Erfassung und Behandlung der Unfalldaten ist nach Ansicht des ETSC allerdings die Basis für weitere Präventionsarbeit.

„Das neue EU-Verkehrssicherheitsprogramm muss neben dem Ziel, die Zahl der Verkehrstoten weiter zu senken, auch Ziele zur Reduzierung der Zahlen bei Schwerverletzten setzen“, so der ETSC. Jedes EU-Mitgliedsland soll beide Richtungen verfolgen. Bisher verwenden 17 EU-Staaten, darunter auch Deutschland, eine einheitliche Definition für schwere Verletzungen: Sie liegt dann vor, wenn bei einer Verletzung nach einem Verkehrsunfall ein Krankenhausaufenthalt mit mindestens einer Übernachtung notwendig ist (mindestens 24 Stunden).

Im deutschen Straßenverkehr kommen statistisch auf jeden Getöteten 15 Schwerverletzte. Europaweit sind die Zahlen bei Verkehrsunfällen mit Todesfolge oder schweren Verletzungen seit 2001 stark gesunken, obwohl sich die Situation je nach Land unterschiedlich gestaltet. Rumänien, Norwegen, Ungarn und Spanien verzeichnen einen Rückgang der Schwerverletzten und Getöteten gleichermaßen. In Luxemburg, Frankreich, den Niederlanden, Bulgarien und Schweden sank die Zahl der tödlich Verunglückten in weitaus größerem Maße als die der Schwerverletzten, während in Slowenien, Lettland, Irland und Griechenland die Zahl der Verletzten im Vergleich stärker sank als die der bei Verkehrsunfällen getöteten Personen.

Der vollständige PIN Report 15 steht auf der Webseite des ETSC zum Download bereit. Quelle: ETSC (www.etsc.eu/PIN-publications.php)


Europäischer Sicherheitspreis Nutzfahrzeuge für László Palkovics

Professor Dr. László Palkovics, Leiter der Vorentwicklung im Forschungs- und Entwicklungszentrum von Knorr-Bremse in Budapest, ist auf dem 6. Internationalen DEKRA/VDI-Symposium „Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen“ mit dem Europäischen Sicherheitspreis Nutzfahrzeuge ausgezeichnet worden.

Mit dem Preisträger Prof. László Palkovics freuen sich Christian Kellner (l.), Clemens Klinke (2.v.r.) und Prof. Egon-Christian von Glasner (EVU). (Foto > DEKRA)

Mit dem Preisträger Prof. László Palkovics freuen sich Christian Kellner (l.), Clemens Klinke (2.v.r.) und Prof. Egon-Christian von Glasner (EVU). (Foto > DEKRA)


Der Preis ist damit bereits zum 20. Mal vom DVR, der Europäischen Vereinigung für Unfallforschung und Unfallanalyse (EVU) und DEKRA für herausragende technische Innovationen oder für ein Lebenswerk an Personen vergeben worden, die sich in besonderer Weise um die Sicherheit des Nutzfahrzeuges verdient gemacht haben.

„Der Europäische Sicherheitspreis Nutzfahrzeuge geht in diesem Jahr an einen ausgewiesenen Experten, der mit seinen herausragenden Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten wesentlich an der insgesamt sehr positiven Entwicklung der Unfallstatistik von Nutzfahrzeugen mitgewirkt hat“, erklärte Clemens Klinke, Vorsitzender der Geschäftsführung der DEKRA Automobil GmbH.

Auch DVR-Hauptgeschäftsführer Christian Kellner würdigte die Leistung von Professor Palkovics: „Gemeinsam mit seinen Mitgliedern setzt sich der DVR vehement dafür ein, die Unfallzahlen und Unfallfolgen weiter zu reduzieren. Hierbei leitet uns die Sicherheitsphilosophie ’Vision Zero’. Fahrerassistenzsysteme leisten hierzu einen wichtigen Beitrag.“

Professor Palkovics hat seit dem Jahr 1994 den Lehrstuhl für Kraftfahrzeugtechnik an der Universität Budapest inne. Zu seinen Forschungsgebieten gehören die Antriebs- und Fahrwerkstechnik von Kraftfahrzeugen, die angewandte Theorie der Regelungstechnik und die numerische Modellierung von Kraftfahrzeug-Systemen.