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Sicherheitspreis „Die Unfallkommission 2007“

Vertreter der Unfallkommission aus Nürnberg wurden ausgezeichnet. (Foto > UDV)

Vertreter der Unfallkommission aus Nürnberg wurden ausgezeichnet. (Foto > UDV)

Auszeichnung für die Stadt Nürnberg – Umbau einer Kreuzung

Der Sicherheitspreis „Die Unfallkommission 2007“ der Unfallforschung der Versicherer (UDV), des DVR und der Zeitschrift „auto, motor und sport“ ging an die Stadt Nürnberg. Die dortige Unfallkommission hatte eine viel befahrene Kreuzung bereits im Jahr 2002 als Unfallschwerpunkt erkannt und fachgerecht analysiert. Es hatte sich gezeigt, dass zahlreiche Unfälle geschahen, bei denen die zweispurig geführten Linksabbieger mit dem Gegenverkehr kollidierten. Bei insgesamt 27 Unfällen erlitten 32 Personen zum Teil schwere Verletzungen.

Zur Sicherung der Linksabbieger ließ die Nürnberger Unfallkommission die Lichtsignalregelung auf einen vierphasigen Ablauf umbauen. Gemeinsam mit weiteren Lichtsignalregelungen für den entgegenkommenden Verkehr konnten die Abbiegeunfälle deutlich reduziert werden. Im ersten Jahr nach Umsetzung der verkehrssichernden Maßnahmen 2004 registrierte die Polizei nur noch fünf Unfälle, bei denen zwei Verkehrsteilnehmer leicht verletzt wurden.

Grund genug für die Mitglieder der Jury, Klaus Neidhardt (Präsident der Deutschen Hochschule der Polizei) sowie die Professoren Günter Weise (TU Dresden) und Bernard Steinauer (RWTH Aachen), die Unfallkommission Nürnberg unter 18 Bewerbern auf Platz eins zu setzen.

Bereits seit 2001 wird der mit 5.000 Euro dotierte Sicherheitspreis „Die Unfallkommission“ verliehen. Mit dem Preis soll die kontinuierliche Arbeit einer engagierten Unfallkommission prämiert werden. Das Preisgeld steht den Unfallkommissionen für Maßnahmen der Verkehrssicherheit zur Verfügung.


4. Deutsch-Russische Verkehrssicherheitskonferenz

Die deutsch-russische Delegation im Rathaus von Bensberg. (Foto > Petra Bauer, BASt)

Die deutsch-russische Delegation im Rathaus von Bensberg. (Foto > Petra Bauer, BASt)

Zur 4. Deutsch-Russischen Verkehrssicherheitskonferenz trafen im Mai russische und deutsche Verkehrssicherheitsexperten in der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) in Bergisch Gladbach zusammen. Alle zwei Jahre findet das interdisziplinäre Treffen statt – abwechselnd in Russland und in Deutschland. Auf der Agenda stehen neben den praktischen Erfahrungen beider Länder der Austausch wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Verbesserung der Verkehrssicherheit.

2006 starben auf Russlands Straßen knapp 33.000 Menschen – mehr als 285.000 wurden zum Teil schwer verletzt. In Deutschland waren es im Vergleich hierzu etwa 5.000 Getötete und annähernd 75.000 Schwerverletzte.

Im Fokus der diesjährigen Verkehrssicherheitskonferenz standen die schwachen Verkehrsteilnehmer. Verkehrspolitiker und renommierte Wissenschaftler aus Russland informierten beispielsweise über das russische Verkehrssicherheitsprogramm 2006 bis 2012 und den Fußgängerschutz. Deutsche Experten berichteten unter anderem über den Erfolg nationaler Verkehrssicherheitskampagnen wie die aktuelle Kampagne des DVR und des Bundesverkehrsministeriums mit dem Titel „Runter vom Gas!“. Auf großes Interesse stieß bei den russischen Kollegen auch das Sicherheitsaudit für Straßen als Beitrag zur Qualitätssicherung in der Straßenplanung.

Veranstalter der Konferenz waren neben der BASt die Russische Staatliche Akademie für Autoverkehr und Straßen MADI(STU), die Sibirische Akademie für Autoverkehr und Autobahnen (SibADI), der Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr e.V. (B.A.D.S), der DVR, die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), die Deutsche Verkehrswacht e.V. (DVW) und der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller e.V. (VDIK).


Fit auf der Autobahn

„Hallo Kids!“: Sicherheit für die Kleinen. (Foto > Initiative Deutscher Servicetag)

„Hallo Kids!“: Sicherheit für die Kleinen. (Foto > Initiative Deutscher Servicetag)

Raststättenaktion der „Initiative Deutscher Servicetag“

Die Serways-Raststätten an deutschen Autobahnen haben gemeinsam mit dem DVR und vielen weiteren Partnern in der „Initiative Deutscher Servicetag“ verschiedene Road-Shows zum Thema „Verkehrssicherheit“ zusammengestellt, die von April bis Juni an zahlreichen deutschen Autobahnraststätten gezeigt wurden.

Bei der ersten Raststätten-Tour im Frühjahr wurden unter dem Motto „Bleib fit!“ das Problem Bewegungsmangel und daraus resultierend die Müdigkeit und der Sekundenschlaf thematisiert. Die Reisenden bekamen hilfreiche Tipps und Anregungen für sinnvolle Entspannungs- und Bewegungsübungen, die sofort umgesetzt werden konnten. Die Rastplatzbesucher, die sich zum Dehnen und Strecken animieren ließen, wurden mit einem Zertifikat und einem kleinen Geschenk belohnt.

An einer PC-Station konnten die Verkehrsteilnehmer ihr Wissen zum Thema Müdigkeit am Steuer mit dem interaktiven Computerspiel „Todmüde? Ohne mich!“ überprüfen. Mitarbeiter der „Initiative Deutscher Servicetag“ verteilten Informationsmaterial, auch zum Thema Ernährung: Denn durch ausgewogene, gesunde Ernährung bleibt man länger fit am Steuer. Besonders spektakulär auch der Einsatz des Überschlagsimulators. Hier konnten die Verkehrsteilnehmer üben, wie sie sich befreien können, wenn ihr Auto nach einer Kollision auf dem Dach liegt.

Die zweite Tour unter dem Motto „Hallo Kids!“ stand ganz im Zeichen der optimalen Sicherung von Kindern im Fahrzeug. An den Infoständen des DVR gab es eine Vielzahl von Informationen und Tipps für den Umgang mit Kindern bei Autobahnfahrten – vom Baby bis zum zwölfjährigen Schulkind. In einem zu Demonstrationszwecken präparierten Auto wurden interessierten Eltern die verschiedenen Kindersicherungssysteme erklärt.

Im September wird zum Abschluss der Aktionen zeitgleich auf vielen Autobahnraststätten der „Deutsche Servicetag“ veranstaltet. Dann wird der Service für die Reisenden ganz im Mittelpunkt stehen: Verspannte Autofahrer können sich beispielsweise auf der Raststätte massieren lassen, ihr Auto wird während ihres Zwischenstopps gewaschen oder ihre verknitterte Kleidung aufgebügelt.

DVR-Hauptgeschäftsführer Christian Kellner freut sich, dass der DVR bei der „Initiative Deutscher Servicetag“ seine ganze Kompetenz einbringen kann: „Wir sehen es als unseren speziellen Servicebeitrag an, bei den verschiedenen Aktionen der Initiative zusammen mit unseren Partnern die Eigenverantwortung der Menschen zu stärken und damit präventiv die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu fördern.“

„Bleib fit!“: Bewegungsübungen an der Raststätte. (Foto > Initiative Deutscher Servicetag)

„Bleib fit!“: Bewegungsübungen an der Raststätte.
(Fotos > Initiative Deutscher Servicetag)

Information am DVR-Stand. (Foto > Initiative Deutscher Servicetag)

Information am DVR-Stand.


Überschlagsimulator im Einsatz. (Foto > Initiative Deutscher Servicetag)

Überschlagsimulator im Einsatz.





Grünes Licht für „German Safety Tour 2008“

Plakat: Erlebnis-Tour auf Sardinien gewinnen!. (Foto > German Safety Tour)
Plakat > German Safety Tour

Auftakt für zehn Motorradfahrer im Sauerland

Unter idealen Wetterbedingungen startete im Mai die „German Safety Tour 2008“ unter der Schirmherrschaft von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee. Im kurvenreichen Sauerland fanden sich die ersten zehn Teilnehmer der Motorrad- Sicherheitstour ein, um im Realverkehr ihr fahrerisches Können zu erweitern.

Mit den Instruktoren des Instituts für angewandte Verkehrspädagogik (avp) konnten professionelle Motorradtrainer gewonnen werden, die selbst den erfahrenen Bikern wertvolle Tipps geben konnten. Nach einer theoretischen Einführung ging es dann auf die Strecke, rund 160 Kilometer quer durch das Sauerland, eine Besonderheit der „German Safety Tour“ und für die meisten Teilnehmer eine ganz neue Erfahrung. Einige von ihnen, die bereits an einem Sicherheitstraining teilgenommen haben, kannten diese Art der Schulung noch nicht. Sie waren erstaunt, welche Aspekte des Motorradfahrens – besonders des Verhaltens in der Gruppe – im Vergleich zu einem Programm auf einem Übungsplatz relevant werden.

Bei Zwischenstopps geben die Trainer den Teilnehmern wichtige Hinweise zum sicheren Fahrverhalten. Außerdem werden auf ausgesuchten Flächen „Trockentrainings“ auf unterschiedlichen Bodenbelägen durchgeführt.

Zwei Gruppen von jeweils fünf Teilnehmern fahren die von den Instruktoren im Vorfeld definierte Strecke mit unterschiedlichen Aspekten und Gefahrenzonen getrennt voneinander ab. Zwei Teilnehmer (einer aus jeder Gruppe) haben am Ende des zweiten Tages Gelegenheit, ihre Beobachtungen zu beschreiben und Konsequenzen für das eigene Verhalten daraus abzuleiten. Die Beobachtungsaufgaben beinhalten essenzielle Aspekte des Motorradfahrens, wie zum Beispiel mögliche Gefahren durch den Längs- und Querverkehr oder die Frage, wie man sich für andere Verkehrsteilnehmer sichtbarer machen kann.

Zwischenzeitlich sind fünf weitere Touren durchgeführt worden.

Nach den Hinweisen der Instruktoren geht es auf die Strecke. (Foto > P.AD. Werbeagentur)

Nach den Hinweisen der Instruktoren geht es auf die Strecke. (Foto > P.AD. Werbe­agentur)


Für die Veranstalter der „German Safety Tour“ – die Unfallforschung der Versicherer (UDV), den DVR und den Reiner H. Nitschke-Verlag (Herausgeber der Zeitschriften „Tourenfahrer“ und „Motorradfahrer“) – ist die Aktion ein voller Erfolg. Beleg dafür sind die positiven Reaktionen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wie von Daniela Diepold aus Unna: „Es waren zwei super erfahrungsreiche Tage, ich habe viel lernen können und werde auch viele Sachen mit in die Praxis nehmen. Vor allem habe ich durch diese Tour mein Motorrad kennen gelernt. Aber am wichtigsten war für mich, eine neue Lebenserfahrung zu machen und diese im weiteren Umgang mit dem Motorrad im Straßenverkehr zu stärken und Gefahren schneller wahrzunehmen.“

Ziel der „German Safety Tour“, die sich über einen Zeitraum von drei Jahren streckt, ist die Verringerung der Zahl der Motorradunfälle. Die Tour findet in zehn deutschen Städten jedes Jahr statt. Den Abschluss macht in diesem Jahr eine Erlebnistour auf Sardinien vom 25. bis 28. September, an der auch Ex-Motorradrennfahrerin Katja Poensgen teilnehmen wird. Dafür wird an allen zehn Standorten der Tour jeweils ein Gewinner ausgelost. Anmeldungen zur „German Safety Tour“ unter

www.german-safety-tour.de


Neue Wege der Verkehrssicherheit

Auszubildende beim Pkw-Sicherheitstraining. (Foto > GWM)

Auszubildende beim Pkw-Sicherheits­training. (Foto > GWM)


Junge Verkehrsteilnehmer sind im Vergleich zu den übrigen Altersgruppen über­proportional häufig an Verkehrsunfällen beteiligt. Der DVR hat jetzt gemeinsam mit der Hütten- und Walzwerk-Berufs­genossen­schaft und ThyssenKrupp-Steel ein Konzept für die Verkehrs­sicherheits­arbeit mit Auszubildenden entwickelt, bei dem neue Wege beschritten werden.

Unter dem Titel „GTI: Auto und mehr“ ist ein Qualifizierungssystem für junge Fahrer entwickelt worden, in dem die Auszubildenden während ihrer gesamten Lehrzeit mit dem Thema „Verkehrssicherheit“ konfrontiert werden. GTI steht für Gesundheitsförderung, Teambildung und Identitätsstärkung. Im Programm werden Seminare und Trainings mit computerbasiertem Lernen und Projektarbeit kombiniert. Der Themenbereich „Mobilität und Verkehrssicherheit“ wird somit zu einem konstanten Inhalt der Ausbildung. Zudem bietet diese Vorgehensweise die Möglichkeit, immer wieder zu reflektieren, was sich im zurückliegenden Zeitraum ereignet oder verändert hat, welche Erfahrungen die Jugendlichen gemacht und welche Konsequenzen oder Lehren sie daraus gezogen haben.

Ergebnisse der Gruppenarbeit werden präsentiert. (Foto > GWM)

Ergebnisse der Gruppenarbeit werden präsentiert.
(Foto > GWM)

Im Qualifizierungssystem wurden bewährte Bausteine der Verkehrssicherheitsarbeit, beispielsweise der Azubi-Baustein „Alles im Griff?“ und das Pkw-Sicherheitstraining, integriert. Es wurden aber auch neue Formen der Verkehrssicherheitsarbeit entwickelt. Dazu gehört neben der Projektarbeit ein interaktives, computerbasiertes Trainingsprogramm (CBT). Die Verknüpfung von Seminaren, Trainings, CBT und Projektarbeit bietet die Möglichkeit eines abwechslungsreichen und effektiven Lernprozesses.

Broschüre mit CD-ROM: "GTI: Auto und mehr". (Foto > GWM)
Foto > GWM

Das Trainingsprogramm, Kernstück des Quali­fizierungssystems, steht als CD-ROM und als Web-Fassung zur Verfügung. Es kann somit auch in ein firmeneigenes Intranet integriert werden. Hierdurch ergeben sich weitere Nutzungsmöglichkeiten. Das Programm enthält insgesamt fünf Kapitel, darunter auch eines zum innerbetrieblichen Verkehr. Die ein­zelnen Kapitel schließen jeweils mit einem „Check­point“ ab, einem Test zur Lernerfolgskontrolle. Darüber hinaus gibt es einen umfangreichen Service- und Informationsteil, den die Auszubildenden je nach Interesse nutzen können.

Das Qualifizierungssystem „GTI: Auto und mehr“ ist flexibel und kann betriebliche und regionale Besonderheiten berücksichtigen.

Leitfaden und CD-ROM können gegen eine Schutz­gebühr von 18 Euro zuzüglich gesetzliche Mehr­wert­steuer beim DVR bestellt werden, jede weitere CD (nur in Verbindung mit einem Leitfaden) für zwei Euro (Mindestmenge zehn CDs).


Elektronische Helfer retten Leben

Neue Kampagne für Fahrerassistenzsysteme in Lkw und Bussen

„Wir wollen, dass jeder gut und sicher ankommt“ – mit dieser Zielsetzung stellte der Vorstandsvorsitzende der Berufsgenossenschaft für Fahrzeughaltungen (BGF), Klaus Peter Röskes, eine neue Initiative zur Ausstattung von Lkw und Reisebussen mit elektronischen Fahrerassistenzsystemen vor. Ziel der Kampagne „Sicher. Für dich. Für mich.“ unter der Schirmherrschaft des EU-Kommissars für Unternehmen und Industrie, Günter Verheugen, ist es, die Verbreitung dieser Systeme zu erhöhen, um die Zahl schwerer Unfälle, die durch zu dichtes Auffahren oder Abkommen von der Fahrspur entstehen, zu reduzieren. Die gemeinsame Kampagne der BGF, des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) und der KRAVAG-Versicherungen unterstützt damit auch die EU-Charta für die Straßenverkehrssicherheit. Die sieht vor, die Zahl der Verkehrstoten in Europa bis 2010 zu halbieren.

Plakette: Fahrer-Assistenz-Systeme. (Grafik > BGF)
Grafik > BGF

In einem Pilotprojekt wurden seit Beginn dieses Jahres 1.000 neue Lkw und Reisebusse von der BGF mit Abstandsregeltempomat, Spurassistent und Elektronischem Stabilitätsprogramm (ESP) ausgestattet. Das Fördervolumen beträgt insgesamt zwei Millionen Euro. Über 300 Mitgliedsunternehmen haben das Angebot der BGF bereits angenommen und entsprechend ausgestattete Neufahrzeuge bestellt. Nun wird in den nächsten drei Jahren die Unfallbilanz dieser Fahrzeuge und einer Vergleichsgruppe wissenschaftlich ausgewertet. Die Begleitforschung dient dazu, die Technik der unsichtbaren Helfer weiter zu optimieren und die Akzeptanz auf Seiten der Unternehmen zu erhöhen. „Es fehlt noch die Marktdurchdringung. Fahrerassistenzsysteme haben eher unentdeckt das Licht der Welt erblickt“, brachte BGF-Chef Röskes zum Ausdruck. Gemäß dem Präventionsgrundsatz „handeln ist besser als behandelt zu werden“ sollen die Systeme als Schutzengel auf der Straße dienen.

Die KRAVAG-Versicherungen unterstützen den Einbau der Sicherheitsfeatures mit einem zusätzlichen Zuschuss in Höhe von 500 Euro pro Fahrzeug.


Zahlen – Daten – Fakten


Obwohl die Verkehrsdichte und das Transportaufkommen erheblich zugenommen haben, ist in den letzten 15 Jahren die Zahl der bei Lkw-Unfällen Getöteten und Schwerverletzten in Deutschland um über 60 Prozent zurückgegangen. Dennoch ereignen sich immer noch schwere Unfälle durch das Auffahren von Lkw auf andere Fahrzeuge oder durch Abkommen von der Fahrbahn. Der dafür zu leistende Schadensaufwand beläuft sich auf rund 370 Millionen Euro pro Jahr. Moderne Fahrerassistenzsysteme könnten nach neuesten Untersuchungen etwa ein Drittel dieser Unfälle verhindern, wenn sie flächendeckend zum Einsatz kämen. Zurzeit werden sie nur von etwa fünf Prozent der Kunden beim Kauf eines Neufahrzeugs geordert.


EU erhöht Verkehrssicherheit


Passend zur Präsentation der Fahrerassistenzsysteme konnte EU-Kommissar Günter Verheugen frohe Kunde aus Brüssel überbringen. Einstimmig habe die EU-Kommission seinen Vorschlag für eine EU-Verordnung angenommen, nach der neue Pkw- und Nutzfahrzeugmodelle ab 2012 über ESP verfügen sollen. Ab 2014 soll der Einbau für alle Neufahrzeuge verpflichtend werden.

Bereits ab 2013 will die Kommission Notbremsassistenten und Spurhaltesysteme für alle Lkw vorschreiben. Insgesamt könnten somit 2.500 Menschenleben gerettet werden.

„Das ist ein großer Schritt zu mehr Sicherheit auf der Straße. 40 bis 50 Prozent der Lkw-Unfälle können somit verhindert werden. Das bedeutet auch eine Reduzierung der volkswirtschaftlichen Kosten“, erklärte Verheugen.

Blick aus der mit einem Notbremsassistenten ausgestatteten. (Foto > BGF)

Blick aus der mit einem Notbremsassistenten ausgestatteten Mercedes-Zugmaschine auf ein langsam vorausfahrendes Fahrzeug. (Fotos > BGF)

MAN präsentiert die Funktionsweise des ESP. (Foto > BGF)

MAN präsentiert die Funk­ti­ons­weise des ESP. (Foto > BGF)




DEKRA machte den „SafetyCheck“

Plakette: „SafetyCheck“. (Grafik > DEKRA)

Auch in diesem Jahr hat DEKRA wieder alle jungen Fahrerinnen und Fahrer im Alter von 18 bis 25 Jahren zum kostenlosen „SafetyCheck“ eingeladen. Sie konnten ihren Pkw an allen DEKRA-Prüfstationen in ganz Deutschland auf Sicherheitsmängel begutachten lassen. Ziel dieser großangelegten Verkehrssicherheitsaktion ist es, dazu beizutragen, das Unfallrisiko dieser Altersgruppe auf ein Minimum zu reduzieren. Junge Autofahrer sind zu oft an schweren Verkehrsunfällen beteiligt. Wenig Fahrpraxis, eine oftmals riskante Fahrweise und ein geringes Gefahrenbewusstsein zählen dafür ebenso zu den Hauptgründen wie gravierende technische Mängel an den zumeist älteren Autos, in denen die Jugendlichen unterwegs sind.

Im Jahr 2006 verunglückten auf deutschen Straßen insgesamt 84.303 junge Männer und Frauen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren bei Verkehrsunfällen. 1.011 von ihnen kamen dabei ums Leben.

Die DEKRA-Sachverständigen nahmen vor allem Fahrwerk, Räder und Reifen unter die Lupe, untersuchten die Bremsen und prüften Lenkung, Licht und Sicht. Zusätzlich checkten sie Motor, Abgasanlage und Sicherheitsgurte.

Im vergangenen Jahr hatte DEKRA im Rahmen der Aktion „SafetyCheck“ bundesweit 14.000 Autos geprüft und dabei über 37.000 Mängel festgestellt. Rund 83 Prozent der Pkw wiesen erhebliche Sicherheitsmängel auf. Nur die Hälfte von ihnen verfügte über sinnvolle Sicherheitseinrichtungen wie Fahrerairbag, ABS oder ESP.

Unterstützt wird die Aktion „Safety-Check“ vom Bundesverkehrsministerium, dem DVR und der Deutschen Verkehrswacht.


Rückgang bei den tödlichen Arbeitsund Wegeunfällen

Dr. Joachim Breuer. (Foto > von Brauchitsch)

Dr. Joachim Breuer. (Foto > von Brauchitsch)


Die Zahl der tödlichen Arbeits- und Wegeunfälle ist 2007 gesunken. Das geht aus Zahlen der Berufsgenossenschaften und der Unfallkassen hervor, die der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) vorliegen. Danach ereigneten sich im vergangenen Jahr 621 tödliche Arbeitsunfälle (2006: 711) und 504 tödliche Wegeunfälle (2006: 535). Auch die Zahl der neuen Unfallrenten ging zurück. Insgesamt gab es allerdings mehr meldepflichtige Arbeitsunfälle sowie mehr bestätigte Berufs­krank­heiten als 2006. „Das klingt paradox, ist es aber nicht“, erklärte Dr. Joachim Breuer, Haupt­geschäfts­führer der DGUV. Denn dank der guten Konjunktur sei auch die Beschäftigung gewachsen. „Im vergangenen Jahr hat die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden um 2,5 Prozent auf 57 Milliarden Stunden zugenommen.“ Wenn so viel mehr gearbeitet werde, passiere absolut gesehen auch mehr, obwohl das Risiko abnehme.

„Die vorläufigen Ergebnisse für 2007 deuten darauf hin, dass Berufs­genossen­schaften und Unfallkassen die richtigen Angebote in der Prävention machen“, sagte Breuer. In absoluten Zahlen gesunken ist die Zahl der schweren Arbeitsunfälle. Darauf lässt die Entwicklung bei den neuen Arbeitsunfallrenten schließen. Hier ging die Fallzahl gegenüber 2006 von 18.639 auf 17.171 zurück. Die Zahl der Unfallrenten, die durch Wegeunfälle verursacht wurden, fiel von 7.142 (2006) auf 6.170.

„Es ist erfreulich, dass diese Rückgänge trotz eines Anstiegs bei der absoluten Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle erreicht wurden“, so Breuer weiter. Insgesamt lag die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle im vergangenen Jahr bei 959.714 und damit um 1,2 Prozent höher als noch 2006. Die Zahl der Wegeunfälle lag bei 167.067, das sind 24.119 Unfälle weniger als im Jahr 2006.

Unfallauto - Innenausicht. (Foto > GWM)
Foto > GWM

Den vorläufigen Zahlen für 2007 zufolge ver­zeich­neten die Träger der Schüler-Unfall­versicherung, Unfall­kassen und Gemeinde­unfall­versicherungs­verbände, weniger schwere Schulunfälle – also Unfälle an Kindertageseinrichtungen, allgemein­bildenden Schulen, beruflichen Schulen sowie Hochschulen. Die Zahl der neuen Unfallrenten sank hier von 1.021 auf 799. Die absolute Zahl der meldepflichtigen Schulunfälle ging um 1,1 Prozent auf 1.265.368 zurück.

Auch meldepflichtige Schulwegunfälle ereigneten sich seltener als im Vorjahr (112.959 Fälle, ein deutlicher Rückgang um 9,5 Prozent). Die Zahl der Wege­unfall­renten sank um 51 auf 339. Beinahe unverändert blieb die Zahl der tödlichen Unfälle in der Schüler-Unfall­versicherung. Im Jahr 2007 gab es 62, drei mehr als 2006. Davon geschahen alleine 57 auf dem Schulweg.


Weltverkehrsforum in Leipzig

Verkehr und Energie – Herausforderungen des Klimawandels

Wolfgang Tiefensee. (Foto > International Transport Forum)

Wolfgang Tiefensee. (Fotos > International Transport Forum)

Die finnische Verkehrsministerin Anu Vehviläinen. (Foto > International Transport Forum)

Die finnische Ver­kehrs­ministerin Anu Vehviläinen.


Fahnen (Foto > International Transport Forum)
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Fahnen

Leipzigs OB Burkhard Jung (l.) mit Jack Short. (Foto > International Transport Forum)

Leipzigs OB Burkhard Jung (l.) mit Jack Short.


Abschluss-Pressekonferenz (Foto > International Transport Forum)

Abschluss-Pressekonferenz


Was das schweizerische Davos für die Welt­wirt­schaft ist, soll Leipzig für den Ver­kehrs­bereich werden. Jedes Jahr wird sich das Welt­ver­kehrs­forum auf ein Thema von globaler Bedeutung kon­zent­rie­ren. Als fester Standort für die weltweit bedeutendste Plattform für Verkehr, Logistik und Mobilität wurde die Stadt Leipzig mit ihrer langen Tradition als inter­na­tio­nale Messestadt ausgewählt.

Im Mai trafen Verkehrsminister aus 51 Staaten mit internationalen Spitzenvertretern aus Industrie, Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung sowie Nichtregierungsorganisationen und Zivilgesellschaft in der sächsischen Metropole zum ersten Weltverkehrsforum zusammen.

Zum diesjährigen Auftakt des Forums standen die Sicherung der Energieversorgung und der Klimaschutz als größte Herausforderungen der Verkehrsbranche im Vordergrund. Aufgezeigt wurden Strategien und Maßnahmen, die auf nationaler wie internationaler Ebene erforderlich sind, damit der Verkehrsbereich zur Reduzierung der weltweiten Emissionen um 50 Prozent innerhalb der nächsten 50 Jahre beitragen kann. „Das Weltverkehrsforum bietet für den Verkehrssektor eine einzigartige Möglichkeit, Maßnahmen gegen die Erderwärmung vorzustellen“, sagte Jack Short, Generalsekretär des Forums.

Auch Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee misst dem Weltverkehrsforum große Bedeutung bei. Klimawandel, steigende Ölpreise und knappe Energieressourcen verpflichteten uns zum Handeln.

Verkehrsminister aus 51 Staaten trafen in Leipzig zusammen. (Foto > International Transport Forum)

Verkehrsminister aus 51 Staaten trafen in Leipzig zusammen.


Weltweit müssten ver­bind­liche Klimaziele etwa im Bereich der Luftverkehrs- und Pkw-Emissionen erreicht wer­den. „Wir stehen ange­sichts des wachsenden Güter- und Personenverkehrs vor enor­men Heraus­for­de­run­gen. Das hat unmittelbare Aus­wir­kun­gen auf Umwelt, Arbeits­plätze und Wirtschaft. Des­halb müssen wir Strategien ent­wickeln, die diese Mobilität sichern, ohne das Klima zu schädigen oder unsere Lebensqualität zu beeinträchtigen. Das geht nur international“, sagte der Minister in einem Interview mit der Leipziger Volkszeitung. Bezogen auf den Klimawandel sei es bereits „fünf vor zwölf“. Es gehe darum, die CO2-Emissionen weltweit zu senken. „Das Auto spielt dabei eine zentrale Rolle. Die EU rechnet damit, dass bis 2020 rund 70 Millionen Pkw und 1,5 Millionen Lkw mehr auf den europäischen Straßen rollen. Auf der Welt sind es heute schätzungsweise bis zu 650 Millionen. Bis 2025 wird sich die Anzahl verdoppeln. Wir brauchen dringend Lösungen, damit uns der Verkehr nicht buchstäblich über den Kopf wächst“, forderte Tiefensee. Daher müssten auch alternative Kraftstoffe und Antriebe gestärkt werden. Die Industrie arbeite intensiv an synthetischen Biokraftstoffen, an Elektromotoren und an Wasserstoff- und Brennstoffzellen. Der Bund unterstütze die entsprechenden Forschungsarbeiten mit hohen Millionenbeträgen.


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