Aktuell

„Runter vom Gas“:

Fahrradhelm, Alkohol im Straßenverkehr, Erste Hilfe,
Sichtbarkeit und Ablenkung im Fokus

Mit fünf Themen werben das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und der DVR derzeit im Rahmen der Kampagne „Runter vom Gas“ für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Unter dem Motto „Hut ab – Helm auf“ tauschten Jazzmusiker Roger Cicero, „Culcha Candela“-Sänger Mateo und Schauspieler Manuel Cortez für eine Plakatstrecke ihre Mützen oder Hüte gegen Fahrradhelme ein. Die drei Künstler appellieren an alle Radfahrer, nicht auf den lebensrettenden Kopfschutz zu verzichten. Manuel Cortez stand sowohl vor als auch hinter der Kamera: „Ich bin mir sicher, dass wir alle an unserem Leben hängen. Deshalb sage ich: Tragt Helm. Das Tragen eines Helms kann Leben retten.“ Roger Cicero ergänzt: „Ich finde ‚Hut ab – Helm auf’ eine wichtige Aktion. Ich bin selbst Vater und animiere meinen Sohn, einen Fahrradhelm zu tragen.“ Und Mateo findet es „toll, wenn ich meine Fans davon überzeugen kann, mehr für ihre Sicherheit im Straßenverkehr zu tun.“

Im Jahr 2013 wurden in Deutschland 71.110 Radfahrer bei Verkehrsunfällen verletzt, davon verloren 354 ihr Leben. Unter den Unfallopfern befanden sich 13.194 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Verhindern lassen sich solche Unfälle durch eine frühzeitige Verkehrserziehung, regelmäßige Checks des Fahrrads, Reflektoren am Rad und retroreflektierende Materialien an der Kleidung sowie ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und gegenseitiger Rücksichtnahme. Passiert trotzdem etwas, schützt ein gut sitzender Fahrradhelm.

„Vollgas feiern – nüchtern fahren“

Die Risiken von Alkohol im Straßenverkehr thematisiert die bundesweite Aktion „Vollgas feiern – nüchtern fahren“. Auf Stadtfesten und Konzerten, in Discos oder im Rahmen von Veranstaltungen an Universitäten in insgesamt elf Bundesländern sollen vorrangig junge Menschen angesprochen werden.

Jeder elfte Verkehrstote geht auf einen Alkoholunfall zurück. Gerade junge Fahrer unterschätzen die Gefahren von Promille im Blut: Auf deutschen Straßen verursachen jeden Tag rund 20 alkoholisierte 18- bis 24-Jährige einen Crash. „Nach Partys, Konzerten oder Clubbesuchen verunglücken immer noch viel zu viele junge Menschen auf deutschen Straßen, häufig mit Alkohol oder Drogen im Blut. Auch der Restalkohol am nächsten Morgen wird unterschätzt. Zusammen mit starken Partnern in elf Bundesländern wollen wir junge Fahrer darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, sich nur nüchtern hinters Steuer zu setzen“, betont DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf.

„Wer alkoholisiert im Straßenverkehr unterwegs ist, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer. Vor allem junge Fahrer unterschätzen dieses Risiko häufig. Mit unserer Kampagne ‚Runter vom Gas’ klären wir auf und warnen vor den Gefahren. Denn nur wer nüchtern fährt, fährt sicher“, sagt Katherina Reiche, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur.

„Zweite Erste Hilfe“

Mit der Initiative „Zweite Erste Hilfe“ wollen BMVI und DVR alle Verkehrsteilnehmer motivieren, ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse aufzufrischen. Unterstützt wird die Aktion vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) sowie vom Arzt und Kabarettisten Dr. Eckart von Hirschhausen: „Wenn jeder weiß, was im Notfall zu tun ist, haben wir alle etwas davon, als Gemeinschaft und als einzelne. In den meisten Fällen, in denen Erste Hilfe benötigt wird, geht es übrigens um einen Familienangehörigen. Deshalb: Sorgen Sie bitte dafür, dass alle, die Sie kennen, jetzt ihr eingestaubtes Erste-Hilfe-Wissen wiederbeleben.“

Für die meisten Schwerverletzten entscheiden die ersten Minuten nach einem Verkehrsunfall über Leben und Tod. „Runter vom Gas“ setzt daher verstärkt auf das Wissen potenzieller Ersthelfer. Bei der Mehrheit der deutschen Autofahrer liegt laut DRK der Erste-Hilfe-Kurs mehr als zehn Jahre zurück. DVR-Hauptgeschäftsführer Christian Kellner: „Wir gehen davon aus, dass nur jeder Dritte einem Schwerverletzten überlebensnotwendige Erste Hilfe leisten kann.“ Doch nicht nur Wissenslücken hindern die Menschen daran, sofort zu handeln. „Viele Verkehrsteilnehmer fürchten negative Konsequenzen, falls sie einen Fehler machen. Dabei gilt: Wer bei einem Unfall Erste Hilfe leistet, kann juristisch nichts falsch machen. Es geht also nicht um ‚Helfen – ja oder nein’, sondern um das ‚Gewusst wie’“, betont Kellner.

Keine Zeit? Das ist ab jetzt keine Ausrede mehr. Denn die Kurse für lebensrettende Sofortmaßnahmen am Unfallort passen in jeden Terminkalender: „Wir bauen viel stärker auf dem Wissen der Teilnehmer auf und konzentrieren uns auf praktische Übungen“, so Christoph Müller vom DRK, der selbst lange als Notfallhelfer im Einsatz war. Auch die Kurszeiten sind verkürzt und auf die Bedürfnisse der Teilnehmer angepasst: So gibt es beispielsweise ein Modul „Verkehr“, das in nur 90 Minuten die wichtigsten Grundlagen der Ersten Hilfe vermittelt.

„Mach dich sichtbar“

Die Aktionsreihe „Mach dich sichtbar“ wird in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Familienverband (DFV) an verschiedenen Standorten über die Gefahren während der dunklen Herbst- und Wintermonate informieren. „Sehen und gesehen werden sorgt für mehr Sicherheit. Doch noch ist längst nicht jeder Verkehrsteilnehmer um Sichtbarkeit bemüht. Im Jahr 2013 gaben von 1.000 Befragten in Deutschland gerade einmal 6,1 Prozent der Fußgänger an, stets reflektierende Kleidung zu tragen. Knapp 40 Prozent der Fußgänger tun das immerhin gelegentlich. Aber: Im vergangenen Jahr sind 9.902 Fußgänger und 12.349 Radfahrer bei Dämmerung und Dunkelheit verunglückt. Diese Zahlen sind alarmierend und verdeutlichen, warum wir mit unserer Aufklärungsarbeit genau hier ansetzen“, unterstreicht Katherina Reiche.

Die Kombination aus Dunkelheit, schlechter Sichtbarkeit und nasser oder glatter Fahrbahn erhöht das Risiko schwerer Unfälle. Besonders Kinder sind jetzt betroffen. So ereignen sich zwischen November und Februar doppelt so viele Schulwegunfälle wie in den Sommermonaten. „Es gibt nichts Wertvolleres als die Familie. Sie ist unser größter Schatz – und so sollten wir sie im Alltag und im Straßenverkehr hüten“, sagt DFV-Bundesgeschäftsführer Siegfried Stresing.

„Ablenkung kommt nicht in die Tüte“

Die Aktion „Ablenkung kommt nicht in die Tüte“ ist bundesweit in mehr als 40 Parkhäusern des Shopping-Center-Betreibers ECE zu sehen.

Auffällige Botschaften weisen die Besucher von Einkaufszentren auf ihrem Fußweg von der Kasse durchs Parkhaus zum Auto auf Gefahrenund Ablenkungsquellen während der bevorstehenden Weiterfahrt hin. Mit Wortwitz animieren Poster und Aufkleber, Einkäufe sicher im Kofferraum zu verstauen, Navigationsgerät, Freisprechanlage für das Handy oder Radio vor der Fahrt einzustellen und sich anzuschnallen. Die Aktion „Ablenkung kommt nicht in die Tüte“ läuft noch bis zum 30. November 2014 in den Parkhäusern der teilnehmenden ECE-Shopping-Center.

Weitere Informationen zu allen Aktionen finden Sie unter www.runtervomgas.de.


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