Rundschau

Arbeitsprogramm 2012 verabschiedet

Weist den Weg in die Zukunft: DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf (Foto > Stephan Floss)

Weist den Weg in die Zukunft: DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf
(Foto > Stephan Floss)

Einstimmig wurde auf der Mitgliederversammlung des DVR am 24. November 2011 in Dresden das Arbeitsprogramm für 2012 verabschiedet.

DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf blickte zunächst auf das ablaufende Jahr zurück: „National wie auch international wurden mit dem nationalen Verkehrssicherheitsprogramm und dem 3. Europäischen Verkehrssicherheitsprogramm 2010 bis 2020 entscheidende Weichen für die Zukunft der Verkehrssicherheitsarbeit gestellt.“ Viele Anregungen aus den DVR-Vorstandsausschüssen seien in das Programm aufgenommen worden. „Wir begrüßen das Ziel, die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland bis 2020 um 40 Prozent zu reduzieren und werden dieses Programm und dieses Ziel ausdrücklich unterstützen“, versprach der DVR-Präsident. Ein besonderes Augenmerk sei auf die Gefährdungen durch fehlendes Angurten, Fahren unter Alkoholeinfluss und Fahren mit nicht angepasster Geschwindigkeit zu richten. Dr. Eichendorf rief außerdem dazu auf, die von der UN ausgerufene „decade of action for road safety 2011 bis 2020“ mit allen Kräften zu unterstützen.

Dr. Michael Harting, Abteilungsleiter im Bundesverkehrsministerium, wies darauf hin, dass erfolgreiche Verkehrssicherheitsarbeit nur gesamtgesellschaftlich geleistet werden könne. „Eine entscheidende Rolle spielen dabei der Deutsche Verkehrssicherheitsrat und die Deutsche Verkehrswacht, die auch wichtige Anregungen für das neue nationale Verkehrssicherheitsprogramm gegeben haben.“ Er erläuterte die zentralen Inhalte des Programms, in dem der Mensch im Vordergrund stehe. Besonders die schwächeren Verkehrsteilnehmergruppen, Kinder, Jugendliche und ältere Menschen, habe der Bund im Blick. Das nationale Verkehrssicherheitsprogramm müsse nun gemeinsam verantwortungsvoll umgesetzt werden.

Antonio Avenoso, Hauptgeschäftsführer des Europäischen Verkehrssicherheitsrates (ETSC), stellte die Leitlinien der EU-Kommission im Bereich der Straßenverkehrssicherheit und die damit verbundenen strategischen Ziele vor. Bis 2020 soll die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten in der EU um die Hälfte reduziert werden.

Tag der offenen Tür

Rund 60 Gäste folgten am 15. November 2011 der Einladung des DVR zur offiziellen Einweihung der neuen Büroräume in der Bonner Auguststraße. DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf eröffnete den Tag der offenen Tür und blickte auf mehr als vier Jahrzehnte DVR in Bonn zurück. „Gemeinsam haben wir Großartiges geleistet und der DVR steht zu seinem Gründungsstandort Bonn. Hier wird moderne Verkehrssicherheitsarbeit entsprechend der Strategie Vision Zero entwickelt. Dies wäre allerdings nicht möglich ohne die effektive Arbeit unseres Hauptstadtbüros in Berlin“, unterstrich der DVR-Präsident.

Prof. Scheurle (r.) im Gespräch mit Dr. Eichendorf. (Foto > Jörg Loeffke)

Prof. Scheurle (r.) im Gespräch mit Dr. Eichendorf. (Foto > Jörg Loeffke)

Einen Ausblick auf die aktuelle Verkehrssicherheitsarbeit und -politik gab Professor Klaus-Dieter Scheurle, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS). Er betonte die gefestigte Zusammenarbeit zwischen dem DVR und seinem Ministerium. Ausdruck dessen sei das ambitionierte Verkehrssicherheitsprogramm seines Hauses. Hierzu habe der DVR entscheidende Beiträge geliefert.

Der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch begrüßte die Standortentscheidung des DVR und legte sich in seiner launigen Ansprache nicht fest, welche der beiden Rheinseiten die schönere sei.

Ekhart Maatz, Abteilungsleiter Straßeninfrastruktur und Straßenverkehr im Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, verwies auf die Koordinierungsleistung des DVR: „Die Verkehrssicherheitsarbeit der Länder würde ohne den DVR nicht so planmäßig verlaufen.“

Seit nunmehr 42 Jahren ist der DVR in Bonn zu Hause. Zum 1. Juli 2011 bezog er neue Räume inmitten eines modernisierten ehemaligen Industriegebietes im Bonner Stadtteil Beuel, unweit des bisherigen Standortes.

Europäischer Sicherheitspreis Nutzfahrzeuge

Hidehiko Enomoto, Leiter der Forschung des japanischen Nutzfahrzeugherstellers Hino Motors, Ltd., ist auf dem 7. Internationalen DEKRA/ VDI-Symposium 2011 „Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen“ mit dem Europäischen Sicherheitspreis Nutzfahrzeuge 2011 ausgezeichnet worden.

„Hidehiko Enomoto erhält die Ehrung für seine ausgezeichneten Ingenieurleistungen auf dem Gebiet der Entwicklung von Nutzfahrzeugen. Er hat zu einer wesentlichen Steigerung der aktiven und passiven Sicherheit im Straßenverkehr beigetragen“, sagte Professor Dr. Egon-Christian von Glasner, Präsident der Europäischen Vereinigung für Unfallforschung und Unfallanalyse (EVU), in seiner Laudatio.

Preisträger Hidehiko Enomoto (2.v.r.) mit Clemens Klinke (r.), Prof. Dr. Egon-Christian von Glasner (l.) und Christian Kellner. (Foto > Thomas Küppers)
Großbild anzeigen Preisträger Hidehiko Enomoto (2.v.r.) mit Clemens Klinke (r.), Prof. Dr. Egon-Christian von Glasner (l.) und Christian Kellner.
(Foto > Thomas Küppers)
„Der Europäische Sicherheitspreis Nutzfahrzeuge geht in diesem Jahr an einen kompetenten Experten, der durch seine Forschungsarbeiten seit Jahrzehnten wesentliche Impulse zur Verbesserung der Verkehrssicherheit gibt. Durch sein Engagement konnten die Sicherheitsstandards in Lkw und Bussen weltweit verbessert und dadurch die Unfallzahlen mit Verletzten und Getöteten kontinuierlich gesenkt werden“, erklärte Clemens Klinke, Mitglied des Vorstandes der DEKRA SE und Vorsitzender der Gesch.ftsführung der DEKRA Automobil GmbH.

Der Preis wurde in diesem Jahr bereits zum 22. Mal vom DVR, der EVU und DEKRA für herausragende technische Innovationen oder für das Lebenswerk an Personen vergeben, die sich in besonderer Weise um die Sicherheit von Nutzfahrzeugen verdient gemacht haben.