DVR – DVW – Arbeitsprogramm 2013
Präambel
Weltweit sterben jährlich 1,3 Millionen Menschen auf den Straßen. 50 Millionen Menschen werden jährlich bei Straßenverkehrsunfällen verletzt. Die Vereinten Nationen haben am 11. Mai 2011 zum „Jahrzehnt der Sicherheit im Straßenverkehr“ aufgerufen. Ziel ist es, die fatalen menschlichen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen eines der weltweit größten Gesundheitsprobleme zu verringern.
Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat richtet seit 2007 seine Verkehrssicherheitsarbeit nach der Vision Zero aus, die auch von der Deutschen Verkehrswacht mitgetragen wird. Der Denkansatz von Vision Zero ist in anderen Lebensbereichen ganz selbstverständlich: Im Zentrum steht die Einsicht, dass der Mensch verletzbar ist und im Verkehrssystem nicht fehlerfrei agiert. Ohne ihn aus seiner Verantwortung zu entlassen, muss dieses System daher so gestaltet sein, dass Fehler möglichst weder Tod noch schwere Verletzungen zur Folge haben. Das Verkehrssystem ist an den Menschen anzupassen und nicht umgekehrt. Verantwortlich sind hierfür alle Gestalter dieses Systems, das heißt alle Akteure der Verkehrssicherheit. Vision Zero gibt die Richtung vor: Im Zweifel für Verkehrssicherheit: Das klingt banal, ist aber nicht selbstverständlich. Maßnahmen der Verkehrssicherheit können bekanntlich kollidieren mit Sorge um die persönliche Freiheit, mit wirtschaftlichen Anforderungen, mit politischen Überlegungen, ja auch mit Umweltaspekten, wenn Sicherheitsfeatures drohen den CO2-Ausstoß zu erhöhen.
Bei der Erstellung des Jahresarbeitsprogamms des DVR war es unser Ziel, einen guten Weg zu finden zwischen der Notwendigkeit einer breiten Maßnahmenpalette – zu vielfältig sind die Gefährdungen und die Ansatzpunkte – und einem gefährdungsorientierten Ansatz: das heißt der Konzentration auf die Felder, die am meisten Effizienz versprechen. Und wir müssen auf aktuelle Entwicklungen reagieren oder sie voraussehen: „Fahrerassistenzsyteme“ war z. B. vor einigen Jahren ein solches „Zukunftsthema“, das ungebrochene Bedeutung hat.
Demografischer Wandel, veränderte Sehgewohnheiten des Verbrauchers und die schier unendlich scheinenden Möglichkeiten der car-to-x-Kommunikation nehmen genauso Einfluss auf das Verkehrsgeschehen wie Konjunkturprobleme oder schlicht das Wetter.
Die genaue Analyse der in vielen Bereichen gestiegenen Unfallzahlen 2011 wird ebenfalls auf die zukünftige Verkehrssicherheitsarbeit Einfluss haben.
Zur Erzielung von Synergie-Effekten muss der Zusammenhang zu den europäischen „Leitlinien 2011 bis 2020 für die Politik im Bereich Straßenverkehrssicherheit“ und zum Nationalen Verkehrssicherheitsprogramm hergestellt sein. Eine Vernetzung der Verkehrssicherheitsarbeit mit den Aktivitäten der Bundesländer ist ebenfalls notwendig und wird durch den Runden Tisch der Länder im DVR ermöglicht. Die DVW verbreitet das Thema über ihre Verbandsstrukturen in die Fläche und sorgt mit öffentlichen Aktionen und Veranstaltungen ebenfalls dafür, die Bedeutung der Verkehrssicherheit voran zu treiben.
Das vorliegende Arbeitsprogramm 2013 benennt die kostenwirksamen Programme, Medien und Projekte, die der DVR im kommenden Jahr seinen Mitgliedern zur Umsetzung anbietet, die er selbst durchführen, initiieren und anregen möchte. Die genannten Maßnahmen sollen finanziert werden mit Mitteln der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, weiterer Kooperationspartner aus dem Kreis der DVR-Mitglieder und darüber hinaus gehender Partner. Ebenso beschreibt die DVW ihre Programme und Projekte, die sie ihren Untergliederungen anbietet und die durch diese, z. T. in Kooperation mit Partnern, realisiert werden. Auch gemeinsame Projekte von DVR und DVW sind Gegenstand des Arbeitsprogramms.
Es gilt der Finanzierungsvorbehalt. Entsprechende Gespräche finden parallel zum Abstimmungsprozess statt. Die Maßnahmen sind oder werden evaluiert.

