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Wege aus der Sucht

Um sich aus dem Missbrauch oder der Alkoholsucht zu befreien, bedarf es der Einsicht und der Bereitschaft, sich zu verändern. Den Weg aus der Sucht kann man sich in Phasen vorstellen.

Die Phase der „Vorüberlegung“

Das Suchtmittel wird bedenkenlos konsumiert. Es besteht keine Einsicht in die Suchterkrankung und kein Problembewusstsein.

Die Phase der Nachdenklichkeit

Die süchtige Person macht Erfahrungen, die sie über ihr Suchtverhalten nachdenklich werden lassen. Es kommt zu ersten Veränderungsgedanken. Ob etwas verändert wird, hängt davon ab, wie groß die Nachteile durch den Konsum eingeschätzt werden, wie umfangreich der Aufwand zur Veränderung eingestuft und wie positiv der mögliche Erfolg bewertet wird.

Die Phase der Änderung

Die süchtige Person hat die Entscheidung getroffen, sich zu verändern und handelt. Meist unternimmt die Person zu diesem Zeitpunkt mehrere Versuche, den Konsum zu verringern oder abstinent zu leben. Im Idealfall nimmt die süchtige Person jedoch direkt professionelle Hilfe in Anspruch.

Die Phase der Aufrechterhaltung

Ist die süchtige Person zufrieden mit ihren veränderten Lebens- und Gefühlszuständen, wird sie ihr Verhalten jetzt so ausrichten, dass die Veränderung im Idealfall lebenslang erhalten bleibt. Aus therapeutischer Sicht werden vier Phasen unterschieden.

  • Kontakt- oder Motivationsphase
  • Entgiftungs- oder Entzugsphase
  • Entwöhnungsphase
  • Nachsorgephase

Diese Differenzierung ist eher theoretischer Natur, da nicht jede süchtige Person an Entzugserscheinungen leidet. Manchmal kommt es vor, dass sich jemand nach einem negativen Erlebnis schlagartig vom Alkohol trennt und sein Leben selbstständig und ohne Hilfe neu gestaltet. Ein Rückfall innerhalb der Entwöhnungsphase kann motivierende Gespräche nötig werden lassen und mögliche weitere Maßnahmen erforderlich machen.

Erstkontakte

Als erste unverfängliche Anlaufstellen bieten sich für die betroffene Person der Hausarzt, Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen und Fachambulanzen an.

Selbsthilfegruppen

Der oder die Süchtige wird nirgendwo anders so gut verstanden wie in einer Gemeinschaft anderer süchtiger Menschen. Dabei kann die einzelne Person anderen durch ihre Erlebnisse und Erfahrungen helfen. Es gibt keine externen Fachleute – nur Selbstbetroffene. Es zählt die gemeinsame Bereitschaft, suchtfrei zu leben.

Weil nicht jede Suchtmittel konsumierende Person Entzugserscheinungen hat, gibt es viele Menschen, denen es allein aufgrund der Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe gelungen ist abstinent zu leben. Auch nach einem Entzug kann der Besuch einer Selbsthilfegruppe genügen, um eine stabile Abstinenz zu entwickeln.

Beratungsstellen

Ambulante Beratungsstellen werden zumeist von Wohlfahrtsverbänden, Selbsthilfegruppen, Kirchen, Krankenhäusern oder auch den Gesundheitsämtern getragen. Sie bieten ein umfangreiches Angebot zur Motivationsarbeit und zur Einleitung einer Suchtbehandlung. Eine weitere wichtige Aufgabe der Beratungsstellen ist die Nachsorge nach einem Klinikaufenthalt.

Fachambulanzen

Fachambulanzen bestehen aus einem Team von Ärztinnen/Ärzten, Psychologinnen/Psychologen und Sozialarbeiterinnen/Sozialarbeitern, die sich auf suchttherapeutische Aspekte spezialisiert haben. Zum Team gehören mitunter trockene Alkoholikerinnen/Alkoholiker bzw. ehemalige Konsumierende anderer Drogen oder Medikamente. Fachambulanzen können auch die ambulante Behandlung bei süchtigen Personen durchführen, wenn der gesundheitliche und der soziale Zustand es zulassen. Nach stationären Rehabilitationen können in Fachambulanzen auch ambulante Therapien angeschlossen werden.

 

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