Info-Portal Alkohol und Straßenverkehr
DVR
Deutscher Verkehrssicherheitsrat UK | BG
Unfallkassen und Berufsgenossenschaften VISION ZERO

Autofahren, die selbstverständlichste Sache der Welt

Eine der Hauptursachen für Alkohol im Straßenverkehr ist fehlendes Problembewusstsein. Obwohl Autofahrerinnen und Autofahrer wissen, dass sie sich in eine Trinksituation begeben, zeigen sie danach häufig keine Bereitschaft, das Auto stehen zu lassen.
Oft wird die schädliche Wirkung von Alkohol auf die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit unterschätzt. Gedanken an mögliche negative Folgen wie Unfälle oder das Gefährden anderer Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer werden verdrängt und verharmlost. Auch die Fahraufgabe selbst wird oft als leicht zu bewältigen eingestuft oder das fahrerische Können zu hoch bewertet.

Besonders Fahranfängerinnen und Fahranfänger sind sich der Gefahren von Alkohol oder Drogen am Steuer nicht in vollem Umfang bewusst, wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag von Goodyear im Jahr 2012 ergeben hat.12 Knapp 58 % der Befragten gaben an, auch unter Einfluss von Alkohol oder anderen Rauschmitteln noch selbst Auto zu fahren oder bei einem angetrunkenen Fahrer einzusteigen.

Rund ein Viertel der Befragten räumte ein, im Zweifelsfall nicht über die Konsequenzen von Rauschmittelkonsum im Straßenverkehr nachzudenken. Jede zehnte befragte Person war der Auffassung, die eigene Fahrtüchtigkeit nach dem Konsum von Alkohol noch richtig einschätzen zu können.

Doch nicht nur junge Fahrerinnen und Fahrer sind betroffen. Verstöße ohne Unfallfolgen werden in allen Altersgruppen häufig als Kavaliersdelikt angesehen und verharmlost  besonders in ländlichen Gegenden, in denen der öffentliche Personenverkehr in den Abendstunden und an Wochenenden ausgedünnt ist das eigene Auto das einzige Verkehrsmittel nach der Party bleibt. Kommt es unter Alkoholeinfluss doch einmal zum Unfall, wird nach anderen Ursachen gesucht.

Viele Aufgaben in kurzer Zeit

Das Handeln eines Menschen am Steuer eines Fahrzeugs und auch einer Person, die zu Fuß geht, orientiert sich daran, wie die Realität im Straßenverkehr wahrgenommen wird. Je präziser die Wahrnehmung, umso besser die Basis für ein sicheres Handeln. 90 % der Informationen aus der Umwelt nimmt der Mensch über das Auge wahr. Entsprechend gravierend sind die Auswirkungen, wenn Alkohol das Sehvermögen beeinträchtigt.

Konkret zuständig für unsere Bewegungsabläufe ist die Motorik. Kuppeln, Gas geben, Bremsen, Schalten, Lenken. Gesteuert wird die Motorik vom Gehirn, das über die Nervenbahnen Signale von den Körpersensoren etwa an Händen und Füßen erhält, diese auswertet und Befehle an Muskeln und Sehnen sendet.

Bei der Fülle der Informationen, die wir im Straßenverkehr aufnehmen und verarbeiten müssen, arbeitet das Gehirn ständig mit Hochleistung. Dabei brauchen wir alle unsere Sinne. Das Führen eines Fahrzeugs, egal ob Auto, Motorrad oder Fahrrad ist Arbeit, auch wenn vieles davon scheinbar „wie von selbst“ abläuft.

______________________________

12 http://www.goodyear.eu/de_de/news/119383-ueber-die-Haelfte-der-jungen-Fahrer-in-Deutschland-riskiert-den-Crash/index.htm

 

Beratung in Ihrer Nähe

MPU-Begutachtungsstellen