Ablenkungen am Steuer: Ein Drittel der älteren Autofahrerinnen und Autofahrer ist bereits in gefährliche Situationen geraten

Bonn, 23. Oktober 2015 – Ob Gespräche mit dem Beifahrer oder das Bedienen des Radios: Am Steuer gibt es viele Ablenkungsfaktoren. Besonders gestresst fühlen sich dadurch ältere Autofahrerinnen und Autofahrer: 26 Prozent der Befragten ab 65 Jahre belasten solche Situationen stärker als in jüngeren Jahren. Das zeigt eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR)*. 34 Prozent sind durch Ablenkungen am Steuer sogar schon mal in gefährliche Situationen geraten.

Sieben Prozent sind schon mal eingenickt

Musikhören ist der größte Ablenkungsfaktor am Lenkrad (62 Prozent der Befragten). Auf Platz zwei und drei stehen das Bedienen des Radios (19 Prozent) und intensive Unterhaltungen mit Beifahrerinnen und Beifahrern (19 Prozent). Besonders gefährlich ist auch Müdigkeit: Sieben Prozent aller älteren Autofahrerinnen und Autofahrer sind schon einmal am Steuer eingenickt.

„Ist die Aufmerksamkeit nicht voll auf den Verkehr gerichtet, steigt das Unfallrisiko schnell“, so DVR-Geschäftsführerin Ute Hammer. „Mit zunehmendem Alter kann sich die Konzentrationsfähigkeit verschlechtern. Umso wichtiger ist es, Störfaktoren beim Fahren zu reduzieren und Fahrten so zu planen, dass man sie ausgeruht starten kann.“

Mehr Sicherheit durch Gesundheitschecks

Auch Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Leiden oder Diabetes können die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. „Um die eigene Fahrtüchtigkeit zu prüfen, empfehlen sich regelmäßige freiwillige Gesundheitschecks“, sagt Ute Hammer. „Eine ideale Anlaufstelle ist die eigene Hausärztin oder der Hausarzt." Durch entsprechende Maßnahmen lasse sich die Fahrtüchtigkeit in vielen Fällen verbessern beziehungsweise erhalten.

„Wer bis ins hohe Alter mobil und unabhängig sein will, sollte sich rechtzeitig Gedanken über das Thema Fahrtüchtigkeit machen“, so Erhard Hackler, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga e. V. „Neben dem Gang zum Arzt können auch Fahrsicherheitstrainings, spezielle Seminare oder einzelne Fahrstunden dazu beitragen, die eigene Mobilität zu erhalten.“

Die Aktion Schulterblick: Sicher mobil bis ins hohe Alter

Die Aktion Schulterblick des DVR macht auf die Notwendigkeit freiwilliger Gesundheitschecks aufmerksam. Mehr Informationen finden Sie unter www.dvr.de/schulterblick. Die Aktion Schulterblick wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung unterstützt. Der DVR wurde 1969 als Verein gegründet und ist mit seinen mehr als 200 Mitgliedsorganisationen die Kompetenzplattform in allen Fragen der Verkehrssicherheit.

Kontakt:

Sandra Demuth
Referatsleiterin Öffentlichkeitsarbeit
Initiativen/Veranstaltungen
Deutscher Verkehrssicherheitsrat
Telefon: 0228 40001-53
Email: SDemuth@dvr.de

* forsa-Umfrage im Auftrag des DVR, 1.001 Autofahrerinnen und Autofahrer ab 65 Jahre, August 2015