Mobilität im Alter: Sicher unterwegs

Experten raten zu regelmäßigen Gesundheitschecks, um die Mobilität im Alter zu erhalten.

Autofahren gehört für Elisabeth H. zum Alltag: Die 65-Jährige holt ihren Enkel zwei Mal in der Woche von der Schule ab – und auch der Besuch beim Arzt und der wöchentliche Großeinkauf lassen sich leichter mit dem eigenen Wagen erledigen. In letzter Zeit fühlt sie sich jedoch ab und zu unsicher im Verkehr. Ihr fällt es manchmal schwer, zügig auf die Autobahn aufzufahren, und wenn sie im Dunklen unterwegs ist, hat sie das Gefühl schlecht zu sehen.

Kein Verfallsdatum für Führerscheine
Fahre ich noch genauso sicher wie früher? Diese Frage stellt sich so mancher mit zunehmendem Alter. Generell gilt: Der Führerschein besitzt kein Verfallsdatum. Bis zu welchem Alter man ohne Leistungseinbußen Auto fahren kann, ist individuell sehr verschieden und hängt vom eigenen Gesundheitszustand ab. Statistisch betrachtet nimmt die Fahrtüchtigkeit ab dem 75. Lebensjahr deutlich ab, unter anderem weil Informationen nicht mehr so schnell aufgenommen werden, sich die Reaktionszeit verlängert oder weil die Beweglichkeit nachlässt.

Aber auch in jüngeren Jahren kann die Fahrsicherheit beeinträchtigt sein, zum Beispiel durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder die Einnahme von Medikamenten. „Klarheit können freiwillige Gesundheitschecks beim Hausarzt bringen", rät Ute Hammer, Geschäftsführerin des Deutschen Verkehrssicherheitsrates. „Scheuen Sie sich nicht, das Thema bei Ihrem nächsten Arztbesuch anzusprechen.“

Was Sehtest, Hörtest & Co. bringen
Mit einigen unkomplizierten Checks können Ärzte schnell überprüfen, wie fahrtüchtig ihr Patient ist. Viele Probleme, die die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen, lassen sich in den Griff bekommen, etwa der Graue Star oder ein erhöhter Blutzuckerspiegel. Im Zweifel überweist der Hausarzt an einen Spezialisten. Angst, den Führerschein bei einer Untersuchung zu verlieren, muss der Betroffene nicht haben. Der Arzt unterliegt der Schweigepflicht. Oberstes Ziel ist es, sicher unterwegs zu sein, im Interesse der anderen Verkehrsteilnehmer, aber auch im eigenen Interesse.

Lernen im Alter
Um so lange wie möglich fit hinter dem Steuer zu sitzen, kann jeder selbst etwas tun. Es gibt viele Wege, die Mobilität im Alter zu erhalten und sicher unterwegs zu sein. Fahrsicherheitstrainings, Feedbackfahrten beim Fahrlehrer oder Seminare wie „sicher mobil“ können dazu beitragen, die Fahrkompetenz zu verbessern. Die Landesverkehrswachten, der ADAC, der ACE und weitere Anbieter bieten spezielle Trainings für Senioren an, bei denen Praxistipps für mehr Sicherheit gegeben werden.“ Erfahren Sie mehr unter www.dvr.de/sht.