Ein Großteil der Autofahrer vernachlässigt Fortbildung am Steuer

Bonn, 1. Dezember 2014 – 77 Prozent der Autofahrer in Deutschland haben seit ihrer Führerscheinprüfung kein Fahrtraining mehr absolviert. Das ergab eine aktuelle forsa-Umfrage* im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR). Jeder Zweite (57 Prozent) war bisher nicht beim Training, weil er sich auch ohne Fortbildung im Straßenverkehr sicher fühlt. Ginge es um ihre Fahrtüchtigkeit, verließen sich viele zu stark auf ihre Selbsteinschätzung, sagt Sandra Demuth vom DVR: „Professionelle Fahrlehrer können die Fähigkeiten eines Autofahrers viel besser einschätzen. Sie erkennen frühzeitig eventuelle Leistungseinbußen und sind in der Lage, konkrete Tipps für den Alltag im Straßenverkehr zu geben.“

Autofahrer gehen zu spät zum Arzt
Auch im gesundheitlichen Bereich vertrauen die meisten Autofahrer auf ihre Selbsteinschätzung: 71 Prozent der Befragten sind der Ansicht, ein Gesundheitscheck stehe erst an, wenn Fahrer bei sich selbst körperliche Beeinträchtigungen feststellen – eine Haltung, die das Unfallrisiko erhöhen kann. Vor allem älteren Verkehrsteilnehmern raten DVR-Experten daher, ihre Fahrfitness von einem Arzt überprüfen zu lassen, bevor sich Einschränkungen bemerkbar machen. Eine forsa-Erhebung ergab jedoch, dass die Mehrheit der Fahrer über 65 Jahre (85 Prozent) noch keinen Gesundheitscheck gemacht hat.**

Aufklärungsbedarf bei Fahrerassistenzsystemen
Stellen sich Beeinträchtigungen ein, können Fahrerassistenzsysteme helfen. Doch viele Autofahrer wissen nur wenig über die technischen Hilfsmittel. Vor allem die Befragten ab 65 Jahre stehen den Systemen skeptisch gegenüber: In dieser Altersgruppe ist sich jeder Vierte (22 Prozent) unsicher, ob Licht-, Notbrems- oder Spurhalteassistent die Fahrsicherheit erhöhen können. „Dabei ist es gerade für ältere Fahrer sinnvoll, sich über Fahrerassistenzsysteme zu informieren. Sie kommen damit deutlich stressfreier durch den Straßenverkehr“, sagt Sandra Demuth.

Die Aktion Schulterblick: Sicher mobil bis ins hohe Alter
Die „Aktion Schulterblick“ des DVR bietet Informationen und Angebote rund um das Thema Mobilität im Alter. Mehr Informationen finden Sie unter www.dvr.de/schulterblick. Die Aktion Schulterblick wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) unterstützt. Der DVR wurde 1969 als Verein gegründet, hat mehr als 200 Mitgliedsorganisationen und ist Kompetenzträger in allen Fragen der Verkehrssicherheit.

Detaillierte Auswertung der Umfrage zum Bereich Gesundheit

Detaillierte Auswertung der Umfrage zum Bereich Technik

Detaillierte Auswertung der Umfrage zum Bereich Wissen

Kontakt:
Sandra Demuth
Referatsleiterin 
Öffentlichkeitsarbeit
Initiativen/Veranstaltungen
Deutscher Verkehrssicherheitsrat
Telefon: 0228 40001-53
Email: SDemuth@dvr.de

* forsa Politik- und Sozialforschung GmbH im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR): Das ABC der sicheren Mobilität. Eine repräsentative Befragung von Autofahrern, Umfrage unter 1.000 Autofahrern ab 18 Jahre, Erhebungszeitraum: 30. Oktober bis 10. November 2014

** forsa Politik- und Sozialforschung GmbH im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR): Sichere Mobilität im Alter. Befragt wurden 1.003 Autofahrer ab 65 Jahre, Erhebungszeitraum: 20. Oktober bis 4. November 2014


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